Potenzial

KWK-Strom hatte in Deutschland 2010 gemäß einer Untersuchung von Prognos und Berliner Energieagentur im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums mit 90 TWh einen Anteil an der gesamten Stromerzeugung (583,5 TWh) von  15,4 %. Diese Zahl umfasst den gesamten KWK-Strom aus fossilen und biogenen Brennstoffen.

Nach der letzten vorliegenden Potenzialanalyse für Deutschland  - 2005 erstellt vom Bremer Energieinstitut und Deutschem Institut für Luft- und Raumfahrt im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums - könnten 57% des Stroms wirtschaftlich in KWK erzeugt werden.

Dass diese Potenzialschätzung keine Utopie ist, beweist schon ein Blick über die Grenzen. Deutschland liegt in Europab etwa im Durchschnitt. Länder wie Dänemark, die Niederlande und Finnland mit Anteilen zwischen 35 und über 50% beweisen, dass viel mehr möglich ist. 

Auch in Deutschland weisen viele Städte bereits heute KWK-Anteile von teilweise weit über 50% auf. Beispiele sind Flensburg (100%), Lemgo und Schwäbisch Hall.

Würde die gesamte auf dem Wärmemarkt benötigte Nutzwärme unter konsequenter Nutzung des darin enthaltenen Exergiepotenzials in KWK erzeugt, könnte sogar mehr als das gesamte aktuelle Stromaufkommen in Deutschland in Höhe von 667 Mrd. KWh (2010) als "Beiprodukt" mit erzeugt werden.

Dies ist keineswegs so utopisch, wie es selbst KWK-Fachleuten auf den ersten Blick erscheinen mag. Es wäre jedenfalls durchaus bereits heute technisch möglich. Und die Grenzen dessen, was wirtschaftlich möglich ist, verschieben sich derzeit dramatisch. Niemand weiß, wie der Wärmemarkt im Jahre 2030 oder 2050 aussehen wird. Klar dürfte aber sein, dass der Weg in Richtung maximal möglicher Exergienutzung aus Brennstoffen gehen wird. Denn Verschwendung werden wir uns bei den immer knapper werdenden Energieressourcen und dem immer dringlicher werdenen Klimaschutzproblem immer weniger leisten können.

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Letzte Änderung: Saturday, 16.01.2016-
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